Ein paar Haare in der Bürste oder im Abfluss sind zunächst völlig normal. Haare durchlaufen einen natürlichen Wachstumszyklus und fallen am Ende dieses Zyklus aus. Auffällig wird es meist erst dann, wenn plötzlich deutlich mehr Haare verloren gehen, der Scheitel breiter erscheint oder einzelne Bereiche sichtbar dünner werden.

Haarausfall kann viele verschiedene Gründe haben. Neben erblichen Faktoren können zum Beispiel Nährstoffmängel, Veränderungen der Schilddrüsenfunktion, Stress, Infektionen, hormonelle Veränderungen oder bestimmte Medikamente eine Rolle spielen. Genau deshalb ist es nicht immer einfach, auf den ersten Blick herauszufinden, was dahintersteckt.

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Mögliche Ursachen für Haarausfall

Zu den häufigeren Auslösern oder Einflussfaktoren gehören:

  • erbliche Veranlagung
  • Eisenmangel
  • Störungen der Schilddrüsenfunktion
  • körperlicher oder psychischer Stress
  • starke Gewichtsabnahme oder einseitige Ernährung
  • hormonelle Veränderungen
  • bestimmte Medikamente
  • Infektionen oder andere körperliche Belastungen
  • Erkrankungen der Kopfhaut oder der Haarfollikel

 

Je nachdem, wie der Haarausfall aussieht und welche weiteren Beschwerden auftreten, können bestimmte Laborwerte zusätzliche Hinweise liefern. Einen einzelnen Blutwert, der grundsätzlich die Ursache jedes Haarausfalls zeigt, gibt es allerdings nicht.

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Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall

Bevor Laborwerte betrachtet werden, lohnt sich zunächst ein Blick darauf, wie sich der Haarverlust überhaupt zeigt.

Beim diffusen Haarausfall werden die Haare über den gesamten Kopf hinweg dünner. Eine häufige Form ist das sogenannte Telogen-Effluvium. Dabei wechseln mehr Haare als gewöhnlich gleichzeitig in die Ruhephase ihres Wachstumszyklus und fallen einige Zeit später aus. Auslöser können beispielsweise eine stärkere körperliche Belastung, eine Infektion, eine Operation, psychischer Stress oder eine deutliche Veränderung der Ernährung sein. Oft liegt der auslösende Faktor bereits einige Wochen oder Monate zurück, wenn der verstärkte Haarverlust auffällt.
 
Daneben gibt es den erblich bedingten Haarausfall, bei dem sich die Haarfollikel nach und nach verändern. Bei Frauen zeigt sich häufig ein breiter werdender Scheitel, während bei Männern oft zunächst Geheimratsecken oder der Bereich am Hinterkopf betroffen sind. Auch kreisrunder oder vernarbender Haarausfall kommt vor. Diese Formen sollten dermatologisch abgeklärt werden, da hier andere Ursachen und Untersuchungen im Vordergrund stehen.

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Welche Rolle spielt Eisen?

Eisen wird im Körper unter anderem für den Sauerstofftransport und zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt. Da Haarfollikel zu den besonders aktiven Geweben gehören, wird schon länger untersucht, welche Rolle ein Eisenmangel bei Haarausfall spielen kann.

Bei einem Teil der Frauen mit diffusem Haarverlust werden niedrige Eisenspeicher festgestellt. Ob ein niedriger Ferritinwert tatsächlich mit dem Haarausfall zusammenhängt, muss jedoch individuell beurteilt werden.
 
Ein wichtiger Laborwert ist Ferritin. Das Protein dient im Körper als Eisenspeicher und kann einen Hinweis darauf geben, wie gut die Eisenreserven gefüllt sind. Ein Eisenmangel kann bereits vorhanden sein, bevor eine ausgeprägte Blutarmut entsteht.
Zusätzliche Hinweise können Beschwerden wie Müdigkeit, Blässe, eine geringere körperliche Belastbarkeit oder brüchige Nägel geben. Auch starke Menstruationsblutungen, eine sehr eisenarme Ernährung oder bestimmte Magen-Darm-Erkrankungen können das Risiko für einen Eisenmangel erhöhen.
Ferritin sollte allerdings nicht völlig isoliert betrachtet werden. Der Wert kann beispielsweise bei Entzündungen erhöht sein und dadurch einen bestehenden Eisenmangel verdecken. Bei auffälligen Ergebnissen können deshalb weitere Blutwerte notwendig sein.
 
Eisenpräparate auf Verdacht einzunehmen, ist ebenfalls nicht sinnvoll. Auch eine übermäßige Eisenzufuhr kann gesundheitlich problematisch sein.

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Was hat die Schilddrüse mit den Haaren zu tun?

Die Schilddrüse ist zwar klein, beeinflusst aber zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper. Ihre Hormone wirken auch auf Haut und Haarfollikel.

Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann mit Veränderungen der Haare einhergehen. Besonders bei einer Unterfunktion können die Haare trockener oder dünner werden und vermehrt ausfallen.
Gleichzeitig treten häufig noch weitere Beschwerden auf. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können das beispielsweise Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme oder Verstopfung sein.
Eine Überfunktion kann unter anderem mit Herzklopfen, Gewichtsverlust, innerer Unruhe oder verstärktem Schwitzen verbunden sein. Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion wird häufig zunächst der TSH-Wert betrachtet.
 
Je nach Fragestellung können zusätzlich die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 untersucht werden. Auch hier gilt: Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch, dass die Schilddrüse tatsächlich die Ursache des Haarausfalls ist.
Laborergebnis, Beschwerden und Krankengeschichte müssen zusammen betrachtet werden.

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Und was ist mit Vitamin B12, Vitamin D, Zink und Co.?

Wer online nach den Ursachen von Haarausfall sucht, stößt schnell auf lange Listen mit Vitaminen und Mineralstoffen. Das kann den Eindruck vermitteln, dass möglichst viele Werte getestet und anschließend zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden sollten.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Bei bestimmten Formen des Haarausfalls werden zwar Zusammenhänge mit verschiedenen Nährstoffen untersucht. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind aber nicht für jeden Nährstoff eindeutig. Auch neuere Untersuchungen zeigen, dass ein möglichst umfangreiches Labor-Screening nicht automatisch einen zusätzlichen Nutzen bringt. Sinnvoller ist daher eine gezielte Auswahl der Werte anhand der Beschwerden, Ernährung, Krankengeschichte und Art des Haarverlusts.

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Was kann man selbst beobachten?

Wer das Gefühl hat, deutlich mehr Haare als sonst zu verlieren, kann zunächst ein paar Punkte beobachten:

  • Seit wann besteht der Haarausfall?
  • Kam er plötzlich oder eher schleichend?
  • Fallen die Haare gleichmäßig oder nur an bestimmten Stellen aus?
  • Gab es einige Wochen oder Monate zuvor eine Infektion, Operation oder starke Belastung?
  • Hat sich das Körpergewicht deutlich verändert?
  • Wurde die Ernährung umgestellt?
  • Bestehen Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit oder andere zusätzliche Beschwerden?
  • Werden neue Medikamente eingenommen?
  • Gibt es ähnliche Haarprobleme in der Familie?
 
Solche Informationen können bei der späteren Einordnung oft genauso wichtig sein wie ein einzelner Laborwert.

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Wann kann eine Labordiagnostik sinnvoll sein?

Eine Labordiagnostik kann besonders dann sinnvoll sein, wenn der Haarausfall ohne erkennbaren Auslöser über längere Zeit besteht oder weitere Beschwerden hinzukommen.

Bei diffusem Haarausfall können unter anderem ein Blutbild, Ferritin und je nach Situation Schilddrüsenwerte infrage kommen. Welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind, sollte individuell entschieden werden. Laborwerte können mögliche Einflussfaktoren sichtbar machen. Sie können jedoch nicht allein feststellen, um welche Form von Haarausfall es sich handelt oder ob ein auffälliger Wert tatsächlich die Ursache ist. Bei plötzlich entstehenden kahlen Stellen, einer entzündeten oder schmerzhaften Kopfhaut, Vernarbungen oder sehr starkem Haarverlust sollte der Haarausfall ärztlich beziehungsweise dermatologisch abgeklärt werden.

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Welche Verisana-Tests können unterstützen?

Abhängig von den Beschwerden können folgende Verisana-Tests zusätzliche Informationen liefern:

Eisenmangel Test

Mit dem Test wird der Ferritinwert bestimmt. Dieser kann Hinweise darauf geben, wie gut die Eisenspeicher gefüllt sind. Da Ferritin unter anderem durch Entzündungen beeinflusst werden kann, sollte der Wert nicht isoliert beurteilt werden. Bei auffälligen Ergebnissen kann eine weitere medizinische Abklärung sinnvoll sein.

 

Schilddrüse Test 3 in 1

Der Test untersucht TSH sowie freies T3 und freies T4. Die Werte können Hinweise auf Veränderungen der Schilddrüsenfunktion geben. Ob diese tatsächlich mit dem Haarausfall zusammenhängen, muss jedoch zusammen mit den Beschwerden beurteilt werden.

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Fazit

Haarausfall kann ganz unterschiedliche Ursachen haben und nicht jede davon lässt sich im Blut erkennen. Besonders bei diffusem Haarverlust können jedoch Faktoren wie ein Eisenmangel oder Veränderungen der Schilddrüsenfunktion eine Rolle spielen.

Statt möglichst viele Werte gleichzeitig zu testen oder Nahrungsergänzungsmittel auf Verdacht einzunehmen, ist ein gezieltes Vorgehen sinnvoll. Die Art des Haarausfalls, zusätzliche Beschwerden und die persönliche Vorgeschichte können dabei wichtige Hinweise geben. Ausgewählte Laborwerte können anschließend dabei helfen, mögliche Einflussfaktoren genauer einzugrenzen. Sie ersetzen jedoch keine medizinische Diagnose. Erhalten Sie einen Einblick in ausgewählte Gesundheitswerte: Mit den Verisana-Labortests können Sie Ihren Ferritinwert beziehungsweise ausgewählte Schilddrüsenwerte bequem von zu Hause aus bestimmen lassen. Laborwerte können mögliche Hinweise liefern, ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnose.