Essnarkose & Mittagsloch – Warum wir nach dem Essen so müde werden

Zum Mittag gab es mal wieder die Pizza vom Imbiss oder ein großes Stück Kuchen als Nachttisch. Doch nach dem Mittagessen ist vor der Müdigkeit. Dieses Phänomen – meist als „Mittagstief“, „Kantinenkoma“ oder „Essnarkose“ bekannt – impliziert auch Gefahren für den Körper. Warum das so ist - und was Sie dagegen tun können - verrät dieser Artikel.

Kennen Sie das auch? Zum Mittag ging es mit dem Team mal wieder in die leckere Pizzeria von um die Ecke. Aber während ihr Kollege hinterher am Arbeitsplatz trotzdem topfit erscheint, fühlen Sie sich schläfrig und können teilweise kaum noch die Augen offen halten – geschweige denn auf Ihre Arbeit konzentrieren.

Der Grund liegt dafür nicht allein in der Menge und Üppigkeit des Mahls, sondern in der Unverträglichkeit von Zucker, beziehungsweise Kohlenhydraten. Dazu lohnt ein Blick darauf, was Zucker genau ist und wo man ihn findet: Zucker ist die einfachste Form der Kohlenhydrate. Dabei kann es sich um ein Einfachzucker wie Fruktose, Traubenzucker oder Maltose handeln. Auf jede Form reagiert der Körper mit einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. In vielen Produkten und auch dort, wo wir es am wenigsten vermuten, ist Zucker enthalten. Dabei handelt es sich um kohlehydrathaltige Produkte, die aus einfachen Zuckerformen bestehen.

 

Blutzuckerregulierung – Warum Zucker müde macht

EssnarkoseFür einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel sind die Bauchspeicheldrüse sowie die Nebenniere zuständig.

Die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin. Dieses wird dann ausgeschüttet, wenn Zucker zugeführt wird. Es bewirkt, dass Zucker in Glykogen umgewandelt wird, um so den Zellen zugeführt zu werden. Dabei produzieren    die Drüsen der Nebenniere Glukokortikoide, das wiederum für die Umwandlung des Glykogens in Zucker verantwortlich ist. Damit ist eine Versorgung des Körpers mit Energie gesichert.

Nehmen nun Menschen mit einer Zucker- und Kohlenhydratunverträglichkeit Kohlenhydrate zu sich, reagiert die Bauchspeicheldrüse über und produziert zu viel Insulin. Es ist nun mehr Insulin im Körper vorhanden als benötigt. Dadurch wird mehr Blutzucker in Glykogen umgewandelt, als Glykogen durch die Nebenniere zurück in Zucker umgewandelt werden kann. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel sehr schnell gesenkt. Dieser Abstieg kann sogar niedriger als vor der Aufnahme von Zucker sein. Das Zusammenspiel von Bauchspeicheldrüse und Nebenniere ist gestört.

Dieses niedrigere Level an Blutzucker ist einer der Gründe, weshalb Sie sich müde und energielos fühlen.

 

Aber was ist nun eine Zuckerunverträglichkeit?

Eine Zucker- bzw. Kohlenhydratunverträglichkeit äußert sich immer durch zu viel Calcium in der Zelle. Calcium macht die Zellwände weniger durchlässig, sodass das Insulin den Zucker aus dem Blut nicht effektiv in die Zelle schieben. Statt die Zelle mit Energie zu versorgen, wir der Zucker so einfach abgebaut – und die Zelle „verhungert“. (Im Idealfall beträgt das Verhältnis von Calcium zu Magnesium von 7 zu 1. Liegt der Wert bei 12, kann es zu einer starken Zucker- und Kohlenhydratunverträglichkeit kommen. Calcium und Magnesium fungieren hierbei als Gegenspieler, wobei Magnesium das Calcium eindämmen kann.)

 

Anzeichen von Zuckerunverträglichkeit frühzeitig erkennen

Messen lässt sich dieser Umstand am s.g. „Calcium-Magnesium-Verhältnis“ (Ca/Mg) – es setzt Ihren Wert für Calcium in der Zelle ins Verhältnis zum Wert für Magnesium und sollte idealerweise bei 7 zu 1 liegen. Haben Sie verhältnismäßig zu viel Calcium, steigt der Wert jedoch. Sehr viele Menschen haben einen Wert von über 12 zu 1, was für eine (starke) Zucker- und Kohlenhydratunverträglichkeit spricht.

Bestimmen lässt sich das Verhältnis mit einer Haarmineralanalyse, die neben dem Ca/Mg-Wert auch noch Aussagen über die Funktionsfähigkeit Ihrer Nebenniere, Schilddrüse und Stoffwechsel machen kann.

»» Hier finden Sie Alle Informationen zur Haarmineralanalyse

 

Gemüsepizza & Vollkornnudeln

Wenn Ihr Ca/Mg-Wert erhöht ist, sollten Sie (in Absprache mit einem Therapeuten) daran arbeiten, Ihr Calcium-Level zu senken – z.B. durch das Auslassen von Milchprodukten für einen gewissen Zeitraum.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Reduzierung von „schlechten“ Kohlenhydraten. Schlechte Kohlenhydrate sind Nahrungsmittel mit Weißmehl, Stärke oder Maltose. Auch Obst enthält viel Zucker (in Form von Fructose), was zu den oben beschriebenen Problemen führen kann.

Wenn Sie aber weiterhin nicht gänzlich auf den Besuch beim italienischen Restaurant verzichten wollen, sollten Sie darauf achten, stattdessen lieber Produkte mit „komplexen“ Kohlenhydraten zu essen. Diese werden langsamer gespalten, sodass Ihr Blutzuckerspiegel nicht so stark schwankt.

Komplexe Kohlenhydrate sind z.B. in grünen Gemüsesorten wie Spinat oder Broccoli enthalten, aber auch in Vollkornnudeln und Vollkornreis (sowie anderen Vollkornprodukten), Buchweizen, Amaranth, Quinoa und Süßkartoffeln.