Vegan leben: Gesund oder ungesund?

Über kaum ein Thema wird so unerbittlich diskutiert wie über Essgewohnheiten. Vor allem, wenn bestimmte Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen werden, um die Umwelt oder das Leben von Tieren zu schützen. Menschen, die sich vegan ernähren, gehen noch einen Schritt weiter: Sie verzichten nicht nur auf tierische Nahrungsmittel, sondern wollen auch Möbel, Kleidung und Kosmetik nur frei von Tierprodukten kaufen. Doch kann eine rein pflanzliche Kost den täglichen Nährstoffbedarf sicher decken?

Vegan – eine Lebenseinstellung

Vegane Ernährung ist für die meisten keine reine Ernährungsform, sondern eine Lebenseinstellung: Vegan essen heißt für viele auch vegan leben. Oft verzichten Menschen, die sich vegan ernähren, daher nicht nur auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Honig, sondern tragen auch vegane Kleidung ohne Leder oder Wolle. Aber auch bei Allergikern, Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen oder solchen, die sich besonders gesund ernähren möchten, ist vegane Ernährung äußerst beliebt.

Sich vegan zu ernähren ist eine Entscheidung, die immer mehr Menschen für sich treffen. Einer der Gründe ist philosophischer Natur. Sich für einen veganen Lebensstil zu entscheiden, kann mit einem stärkeren Bewusstsein für bestimmte Dinge einhergehen. Ein anderer Grund können Vorteile in Bezug auf die Verdauung sein. Manchen Menschen fällt es zum Beispiel aufgrund einer Nebenniereninsuffizienz schwer, tierische Proteine zu verdauen.

©Fotolia, minoandriana

Vegane Ernährung – eine Mangelernährung?

„Es reicht nicht aus, als Veganer jetzt einfach nur Milch und Eier wegzulassen.“ (Professor Claus Leitzmann, langjähriger Leiter des Gießener Instituts für Ernährungsforschung)

Zahlreiche Studien belegen, dass Veganer seltener an Übergewicht und Bluthochdruck leiden. Krankheiten wie Herzinfarkt, Krebs und Diabetes treten daher bei Menschen, die sich ausschließlich pflanzlich ernähren, deutlich seltener auf. Das liegt auch daran, dass Menschen, die sich bewusster mit ihrer Ernährung beschäftigen, generell auf einen gesunden Lebensstil achten.

Gesund ist diese Ernährungsform aber auch nicht zwangsläufig. Denn in Eiern und Milchprodukten stecken viele wichtige Nährstoffe, wie zum Beispiel Proteine, Eisen, Zink, Kalzium, Jod und wichtige Vitamine, die in pflanzlichen Lebensmitteln nicht enthalten sind. Diese Nährstoffe müssen durch die richtigen Alternativen ersetzt werden.

Vegan & gesund: gibt’s!

Ja, vegane Ernährung bringt Vorteile mit sich! Dennoch haben auch wir auf Basis zahlreicher Haarmineralprofile festgestellt: Menschen, die sie vegan ernähren, weisen in der Regel einen Nährstoffmangel auf. Damit die vegane Ernährungsweise also funktioniert und nicht gesundheitsschädlich ist, müssen diese Mängel durch Substitution ausgeglichen werden.

Vitamin B12

Dieses Vitamin ist für verschiedene Prozesse im Körper sehr wichtig: Zellteilung, Bildung von roten Blutkörperchen sowie Stoffwechsel. Besonders vor und während der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit kann eine Unterversorgung mit Vitamin B12 problematisch sein. Unser Körper kann dieses Vitamin nicht selber herstellen. Wer sich vegan ernährt, sollte daher auf angereicherte Hafer- aber keinesfalls auf Sojaprodukte (fermentiertes Soja ist in Ordnung) zurückgreifen. Denn Soja hemmt nicht nur die Aufnahme von Mineralstoffen, sondern fördert auch noch Östrogene. Bei einem Mangel helfen nur noch Tabletten. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Vitamin B12 wird häufig zu viel substituiert, weil außer Acht gelassen wird, dass die B12-Speicher relativ lange gefüllt bleiben.

Eisen

Eisen aus Pflanzen kann der Körper schlechter aufnehmen als aus tierischen Produkten. Vor allem vegan lebende Frauen sind daher oft deutlich mit dem Spurenelement Eisen unterversorgt. Daher sollten Veganerinnen ihre Blutwerte regelmäßig kontrollieren lassen, viele Nüsse, Samen sowie Hülsenfrüchte essen und diese immer mit Vitamin C kombinieren, da dann das Eisen vom Körper besser aufgenommen werden kann.

Zink

Pflanzliche Produkte wie Hülsenfrüchte, enthalten oft viel Eiweiß, jedoch ein äußerst schlechtes Zink-Kupfer-Verhältnis. Oft steckt in diesen Lebensmitteln zu viel Kupfer. Kupfer wirkt in hohen Mengen wie ein Schwermetall und wirkt sich dementsprechend negativ auf den Körper aus. Mögliche Symptome sind dann: Entzündungsneigung, Östrogendominanz, Haarausfall und Schlafstörungen. Hinzu kommt, dass der Mineralstoff Eisen durch zu viel Kupfer im Gewebe unterdrückt wird. Um das gesamte Verhältnis wieder ins Gleichgewicht zu bringen, empfiehlt es sich für Veganer, Zink, Mangan und Vitamin C einzunehmen.

Fazit

Die Entscheidung, sich vegan zu ernähren, sollte in erster Linie auf biochemischen Daten basieren und nicht nur aus einer moralischen Entscheidung heraus getroffen werden. Bei manchen Menschen führen Verdauungsprobleme aufgrund einer Beeinträchtigung der Proteinverdauung dazu, dass sie zum Vegetarismus bzw. Veganismus neigen. Andere Menschen entscheiden sich aus ethischen Gründen für eine vegane Ernährung. Diese Menschen müssen unbedingt die Auswirkungen einer solchen Ernährung auf ihren Körper verstehen, um schwerwiegende Mängel zu umgehen und ihre Gesundheit durch vegane Ernährung zu fördern, statt sie zu gefährden. Eine Haarmineralanalyse misst den Mineralstoffhaushalt im Körper und kann deshalb sehr aufschlussreich sein - für Veganer, Nicht-Veganer und für solche, die es werden wollen.

Hinterlasse eine Antwort

Um einen Kommentar zu hinterlassen, musst du angemeldet sein.